Integration

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Die Integrationsmaßnahmen entstanden durch einen langen partnerschaftlichen Kontakt des Städtischen Gymmnasiums mit der Trave-Schule, Förderzentrum mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung, wie z.B. eine gemeinsame Marionetten-Arbeitsgemeinschaft oder eine schulübergreifende Klassenfahrt.

Die Idee einer Integrationsklasse an unserer Schule entstand auch in Zusammenarbeit mit einer Grundschule in Bad Segeberg. Die Theodor-Storm-Schule suchte für die Kinder ihrer I-Klasse eine schulortnahe Fortführung in der Sekundarstufe I. Da es an unserer Schule einen aufgeschlossenen Schulleiter und einige Kolleginnen und Kollegen gab, die sich aufgrund der Kontakte zur Trave-Schule ein solches Projekt vorstellen konnten, kamen Kontakte zwischen den beiden Schulen zustande und Fortbildungsmaßnahmen wurden eingeleitet.

Zur Zeit beginnt die sechste Integrationsmaßnahme in einer fünften Klasse. Außerdem läuft eine Integrationsmaßnahme in der siebten Klasse. Mittlerweile hat sich der Projektcharakter der Integrationsmaßnahme gelegt und sie ist zu einem Bestandteil des Schulprogramms des Städtischen Gymnasiums geworden. In den derzeitigen Integrationsmaßnahmen werden elf Schüler/innen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und zwei Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen gemeinsam mit Gymnasiasten unterrichtet.

Der Unterricht findet in der Regel inhaltsgleich, aber natürlich zieldifferent statt. Es wird Wert darauf gelegt, möglichst fächerübergreifend zu unterrichten. Als Arbeitsformen bevorzugen alle Kolleginnen und Kollegen die Arbeit in Gruppen. Besonders gern arbeiten Gruppen an unterschiedlichen Aspekten eines Themas, die sie dann der ganzen Klasse vorstellen. Diese Arbeitsweise hat aus unserer Sicht nicht nur Vorteile für die Jugendlichen mit Förderbedarf, sondern auch für die Gymnasiasten, da sie oft Verantwortung für den Unterricht übernehmen müssen.

In allen Stunden gemeinsamen Unterrichts liegt der Unterricht auch in gemeinsamen Händen. In der Integrationsklasse arbeiten fast immer zwei Lehrer zusammen, ein oder zwei Fachlehrer aus dem Gymnasium und ein Sonderschullehrer aus der Trave - Schule. Des weiteren unterstützt eine Schulbegleiterin die Schüler/innen mit Förderbedarf im und außerhalb des Unterrichts. Die Zusammenarbeit funktioniert überwiegend reibungslos. Der Unterricht wird langfristig gemeinsam vorbereitet, wobei dort nach fachlichen Reduktionsmöglichkeiten gesucht wird, damit alle Schülerinnen und Schüler am gleichen Thema arbeiten können. Um Handlungsfelder für ganzheitliches und lebenspraktisches Lernen zu schaffen, gibt es in den höheren Klassenstufen Hauswirtschaftsunterricht oder Werk - bzw. Werkstattunterricht, an dem auch die Gymnasiasten einmal im Halbjahr teilnehmen. In den folgenden Fächern wird integrativ unterrichtet: Deutsch, Mathematik, Englisch, Geschichte, Erdkunde, Bio, Physik und Sport, Kunst und Musik. Gelegentlich werden Themenbereiche mit den Integrationsschüler/ innen gesondert vor- oder nachbereitet. In der zweiten Fremdsprache Französisch/Latein findet kein gemeinsamer Unterricht statt. In diesen Stunden werden für die Jugendlichen mit Förderbedarf spezielle Förderstunden angeboten.

Alle Schülerinnen und Schüler, aber auch alle Lehrerinnen und Lehrer begaben sich freiwillig in diese Klasse. Die Zusammensetzung der Klasse war und ist vergleichbar mit allen Parallelklassen. Es galten für alle Gymnasialkinder die Regeln der Orientierungsstufe unseres Bundeslandes. So wechselten Schülerinnen und Schüler dieser Klasse zur Realschule, wenn sie den Anforderungen des Gymnasiums nicht gewachsen waren. Umgekehrt wurden aber auch Schülerinnen und Schüler in diese Klasse aufgenommen, die neu an unsere Schule kamen oder die eine Klassenstufe wiederholen mussten. Bis heute gilt in jedem einzelnen Fall gilt das Prinzip der Freiwilligkeit.

Die Eltern der Integrationsklassen haben sich immer sehr engagiert und z.B. Klassenfeste vorbereitet. Der Kontakt zwischen Eltern und Schule ist sehr viel enger als in anderen Klassen.

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